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Native App entwickeln – Überblick für Einsteiger

Es gibt unterschiedliche Entwicklungsarten einer App, die bekannteste und wohl weit verbreitetste ist wohl die Native App Entwicklung. Native Apps werden speziell für bestimmte Betriebssysteme programmiert und sind deswegen auch optimal auf diese und die dazugehörigen Endgeräte zugeschnitten. Zu beobachten ist, dass der Anteil entwickelter Nativer Apps im Vergleich zu Web Apps und Hybrider Apps leicht abnimmt. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über Native Apps, deren Entwicklung und deren Vor- und Nachteile.

Folgende Schritte sind bei der App Entwicklung zu beachten:

  1. Was ist eine Native App?
  2. Die Vor- und Nachteile Nativer Apps
  3. Betriebssysteme
  4. Veröffentlichung Ihrer Nativen App
  5. Fazit – Lohnt sich eine Native App?

Was ist eine Native App?

Eine Native App bzw. Native Applikation ist eine Anwendung, welche auf dem mobilen Endgerät installiert wird. Wie ein Computerprogramm auf dem Computer. Die Software ist hierbei speziell für ein Betriebssystem und die dazu passenden Endgeräte programmiert und angepasst. Am häufigsten werden Native Apps für Google Android und Apple iOS programmiert, da diese zwei Betriebssysteme am stärksten am Markt vertreten sind und mit rund 99% Marktanteil eigentlich den ganzen Markt ausmachen. Neben Android und iOS spielt Windows Phone noch eine kleine Rolle, die Entwicklung einer Nativen App für Windows Phone wird aber aufgrund des geringen Marktanteils von den meisten Unternehmen vernachlässigt.

Native Applikationen können mit der Hardware des Endgerätes interagieren und sich diese zu nutzen machen. So ist es beispielsweise möglich auf die Kamera, das GPS, das Gyroskop oder andere Sensoren des mobilen Endgerätes zuzugreifen. Zudem ist es einer Nativen App möglich auf bereits vorhandene bzw. vorinstallierte Software auf dem Smartphone oder Tablet zuzugreifen. Dadurch kann auf Daten- und Arbeitsspeicher des Gerätes zugegriffen werden und beispielsweise Bilder vom Smartphone in der App verwendet oder bearbeitet werden.

Native Apps sind eigentlich proprietäre Software, das heißt, dass an einer Applikation nur sehr schwer Änderungen und Anpassungen durch Nutzer oder Dritte vorgenommen werden können. Die Quelltexte der Apps sind meistens unter Verschluss, um diese nicht einfach kopieren zu können. Dennoch ist es möglich für registrierte Entwickler Einblick in den Code durch die passende Entwicklungsumgebung (SDK) zu bekommen.

Die Kosten der Nativen Entwicklung fallen meistens etwas höher aus als die Entwicklung einer Hybriden App oder einer Web App. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Applikation für jedes Betriebssystem einzeln programmiert werden muss, da der Code für Android und Apple in unterschiedlichen Programmiersprachen geschrieben wird. Dadurch wird es schwer einen allgemeinen Preis für eine Native App anzugeben. Zusätzlich hängen die entstehenden Kosten von vielen Faktoren wie Umfang, Funktionen und Komplexität ab. In unserem Artikel zum Thema „App Entwicklung Kosten“ können Sie sich einen genaueren Überblick verschaffen und verschiedene Preisbeispiele für bereits entwickelte Apps einsehen.

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Die Vor- und Nachteile Nativer Apps

Um Die Vor- und Nachteile von Nativen Apps zu erfassen, wird ein Vergleichsprodukt benötigt, in diesem Fall sind das Web Apps bzw. Hybride Apps. Anhand deren Kennzahlen kann festgemacht werden, in welchen Punkten die Native App besser ist als ihre Kontrahenten. Hierbei ist wichtig klarzustellen, dass keine Entwicklungsart „die Beste“ ist, es kommt häufig auf die Problemstellung bzw. die Anforderungen an und welche Technologie diese bestmöglich umsetzt. Auch das Budget der App Programmierung ist bei der Entwicklung zu beachten.

Vorteile

  • Ein großer Vorteil von Nativen Apps ist ihre herausragende Performance. Mit keiner anderen Entwicklungsart lassen sich so hoch performante Applikationen erstellen. Durch direkte Interaktion der App mit der Hardware wird eine maximale Geschwindigkeit bei der Nutzung garantiert. Dadurch wird die App sehr nutzerfreundlich und die User Experience (UX) möglichst hochgehalten.
  • Durch eine Native Entwicklung ist es der App möglich, fast alle Funktionen sowie die Hardware des Endgerätes anzusteuern und zu benutzen. So ist es einer Nativen App möglich NFC zu verwenden und so beispielsweise die Zahlung mit dem Smartphone zu gewähren. Zudem können Push-Benachrichtigungen versendet werden, um den User einfacher und schneller zu kontaktieren.
  • Die Speicherung von Daten auf dem mobilen Endgerät ist ein weiterer Vorteil Nativer Apps. Dies ermöglicht beispielsweise die Speicherung von Serienfolgen auf dem Smartphone, wie bei der Netflix App.
  • Durch einen einfachen Download im App Store oder Google Play Store, lässt sich die App simpel und zügig installieren. Mit nur einem Klick ist die Native App auf dem Endgerät des Kunden installiert und erscheint als App-Icon auf dem Startbildschirm.
  • Native Apps können ohne Probleme auch offline genutzt werden. Bei Web Apps kann dies problematisch sein, da trotz Browser-Caching die Kapazitäten der Offline Nutzung sehr beschränkt sind.

Nachteile

  • Der einzige Nachteil Nativer Apps ist die längere Entwicklungszeit und die daraus resultierenden höheren Entwicklungskosten. Denn wie bereits erwähnt sollte eine Native App sowohl für Apple iOS als auch für Google Android programmiert werden, da dadurch fast der komplette Mobile-Markt abgedeckt ist. Durch eine Hybride oder Web Entwicklung lassen sich im Vergleich zur Nativen App Entwicklung rund 20% der Kosten sparen. Aber auch die Wartungskosten für eine Native App fallen höher aus, da Updates für mehrere Systeme programmiert und ausgerollt werden müssen. Hinzu kommen noch höhere Fixkosten, welche aufgrund der App Store Nutzung anfallen. Zudem müssen 30% der Einnahmen einer Nativen Applikation an Google bzw. Apple als Transaktionsgebühren bezahlt werden.

Lesen Sie unseren Artikel zum Thema „App erstellen“ und verschaffen Sie sich selbst einen Überblick über die Vor- und Nachteile der anderen Entwicklungsarten.

Betriebssysteme

Wie bereits erwähnt, ist es sinnvoll bzw. nötig eine Native Applikation für mehrere Betriebssysteme programmieren zu lassen, damit die App auch auf allen mobilen Endgeräten verfügbar ist. Aktuelle Studien zur Verteilung von Betriebssystemen auf mobilen Endgeräten zeigt, dass eine Programmierung für Google Android und Apple iOS hierbei ausreichend ist und andere mobile Betriebssysteme wie Windows Phone vernachlässigbar sind. Denn laut statista besitzen Android und iOS zusammen einen Marktanteil von knapp 99%. Google Android besitzt mit rund 86,5 % den größten Marktanteil, danach folgt Apple iOS mit rund 13,3 % Marktanteil. Andere Plattform sind praktisch nicht mehr am Markt vertreten, was eine zusätzliche Entwicklung, welche mit Zusatzkosten verbunden ist, überflüssig macht. Laut Experten wird dieser Trend auch in Zukunft so bestehen und sich sogar noch weiter vertiefen. So werden andere Betriebssysteme wie Windows Phone schon bald nicht mehr am Markt verfügbar sein. Anschließend geben wir Ihnen einen kurzen Überblick zum technischen Hintergrund der Nativen Entwicklung für Android und iOS.

Google Android

Android ist ein Betriebssystem für mobile Endgeräte, welches von Google entwickelt wurde und erstmals im September 2008 auf dem Markt kam. Die aktuellste Version der Software ist Android 10, welches inoffiziell auch den Spitznamen Android „Q“ trägt. Es wird von vielen Unternehmen wie Samsung, HTC, Xiaomi oder Huawei für deren Smartphones, Tablets und Netbooks verwendet. Aufgrund der vielen Unternehmen und somit auch der vielen Endgeräte, ist Android das am meisten genutzte Betriebssystem für mobile Endgeräte und hat in Deutschland rund 80,9 % Marktanteil.

Die technische Grundlage von Google Android bildet der Linux-Kernel. Native Apps für Android werden in den Programmiersprachen Java und Kotlin geschrieben. Um eine App für Android zu programmieren, wird neben den passenden Programmierkenntnissen noch ein Software Development Kit (SDK) benötigt. Ein SDK ist eine Entwicklungsumgebung, in der Applikationen programmiert werden. Das SDK für die Entwicklung von Nativen Android Apps nennt sich "Android Studio" und wurde ebenfalls von Google entwickelt. Android Studio ist ein Open Source Programm und kann kostenlos im Internet heruntergeladen werden. Neben Android Studio wird zur Programmierung von Android Apps noch eine weitere Software benötigt, das Java Development Kit (JDK), welches ebenfalls kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Beide Programme können auf einem beliebigen Computer installiert werden, anschließend kann direkt mit dem Programmieren begonnen werden. Durch den Open Source Charakter der Software, ist es für jede*n möglich eine eigene Android App zu programmieren.

Apple iOS

Wie Android ist auch iOS ein Betriebssystem für mobile Endgeräte. iOS wurde von Apple entwickelt und erstmal im Juni 2007 veröffentlicht. Die aktuellste Version der Software ist iOS 13. Im Gegensatz zu Android wird iOS nur von Apple verwendet und auch nur für dessen Handys (iPhones) und Tablets (iPads). Andere Unternehmen haben keinen Zugang zu der Software und sind somit nicht berechtigt diese zu verwenden. Trotz der Beschränkung auf nur ein Unternehmen, sind rund 18,9 % der Betriebssysteme auf mobilen Endgeräten eine Version von iOS.

Native Apps für iOS können in den Programmiersprachen Swift, welches eigens von Apple entwickelt wurde, oder in Objective-C programmiert werden. Aufgrund der unterschiedlichen Programmiersprachen von Android und iOS kann der geschriebene Code nicht für beide nativen Apps verwendet werden, wodurch bei der nativen Entwicklung, wie bereits erwähnt, Unkosten entstehen können. Auch Apple verfügt über eine eigene Entwicklungsumgebung, das SDK für iOS Apps nennt sich „Xcode“, welches wie Android Studio kostenlos im Internet zur Verfügung steht. Im Gegensatz zu Android Studio kann Xcode aber nicht auf jedem Computer installiert werden, es muss ein Apple-Computer bzw. ein Computer auf dem macOS läuft sein. Ein Apple-Rechner oder ein macOS Emulator sind somit essentiell für die Entwicklung einer iOS App. Dies ist häufig auch der Grund, weswegen sich Unternehmen dazu entscheiden Ihre App von einer Agentur entwickeln zu lassen. In unserem Artikel „App programmieren lassen“ erfahren Sie, welche Vorteile die Entwicklung Ihrer App von professionellen App Agentur mit sich bringt.

Veröffentlichung Ihrer Nativen App

Damit Ihre Kunden oder Nutzer die App auf Ihren Handys oder Tablets installieren können, sollten Sie diese auf den verschiedenen App-Plattformen zum Download zur Verfügung stellen. Im Falle von Android ist das der Google Play Store und bei Apple der App Store. Um Ihre App auf diesen Plattformen veröffentlichen zu können, müssen diese den Richtlinien von Google bzw. Apple unterliegen. In diesen sind hauptsächlich Regeln zum Datenschutz, Familienfreundlichkeit, Inhaltsbeschränkungen und Monetarisierung enthalten. Die genauen Richtlinien der jeweiligen Unternehmen finden Sie auf deren Homepages. Neben den Google Play Store gibt es auf Android Endgeräten meistens noch unternehmensspezifische App-Plattformen, auf denen Sie ebenfalls Ihre App zum Download anbieten können. So hat Huawei die AppGallery und Samsung den Galaxy Store, aber auch dritte Unternehmen wie Amazon stellen in einem eigenen Appstore Apps zur Verfügung.

Bei der Veröffentlichung in diesen App-Stores fallen häufig Gebühren an. Im Google Play Store müssen Sie eine einmalige Registrierungsgebühr von 25 USD zahlen. Für eine Publizierung Ihrer App im Apple App Store müssen Sie sich bei Apple als App-Entwickler registrieren. Anschließend können Sie eine Entwicklerlizenz erwerben, welche in Deutschland 79 € im Jahr kostet, diese ist notwendig für ein Release Ihrer App im App Store. Auch bei der Vermarktung auf anderen App-Plattformen fallen meistens gewisse Gebühren an, weswegen man sich überlegen sollte, ob eine Veröffentlichung im Google Play Store und Apple App Store nicht ausreicht. App Agenturen unterstützen Sie auch bei der Veröffentlichung in den jeweiligen Stores. Spezialisierte Agenturen werden Sie auch bei der Vermarktung Ihrer App zur Seite stehen.

Meistens werden Apps auf verschiedenen App-Plattformen veröffentlicht, um Umsätze mit diesen zu generieren. Dies ist auf vielen Wegen möglich, sei es eine kostenpflichtige App, Werbung in der App oder In-App-Käufe. Erfahren Sie in unserem Artikel „App Monetarisierung“, wie Sie mit Ihrer App Geld verdienen können.

Fazit – Lohnt sich eine Native App?

Die Native Entwicklung einer Applikation garantiert, dass diese optimal auf das Betriebssystem und dessen mobilen Endgerät angepasst ist. Es wird der App ermöglicht auf sämtliche Hardware und auf einen großen Teil der Software des Gerätes zuzugreifen. Dadurch lassen sich Native Apps sehr umfangreich entwickeln und es sind nahezu keine Grenzen bezüglich verschiedener Funktionen gesetzt. Außerdem haben Native Apps eine ausgezeichnete Performance, was häufig der ausschlaggebende Grund ist, der für eine Native Entwicklung spricht. Der einzige Nachteil einer Nativen App Entwicklung sind die Kosten, da diese meistens rund 20% höher als die einer Web oder Hybriden Entwicklung sind. Diese Mehrkosten sind es in den meisten fällen aber wert, da alle wirklich erfolgreichen Apps Native Apps sind. Durch eine Veröffentlichung der App auf den verschiedenen App-Plattformen öffnen Sie sich einem breiten Publikum. Dort können Sie auch Werbung schalten und so auf Ihre App aufmerksam machen, dadurch lassen sich vor allem kurz nach Release Ihrer Applikation die Downloadzahlen steigern.

Sie haben Interesse eine Native App zu entwickeln oder sind sich noch unsicher, welche Art der Entwicklung die richtige für Ihr App-Projekt ist? Viele Unternehmen möchten sich daher vorab unabhängig von zertifizierten Experten beraten lassen. Unsere Berater vom itPortal24 stehen Ihnen immer für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch zur Verfügung.


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Jonas Herzer

Ihr persönlicher Berater rund um das Thema App-Entwicklung. Ich berate Sie gerne kostenfrei und unverbindlich.

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