Frameworks für App und Website Entwicklung

Finn Moritz Bätzel ist Unternehmer und Mitgründer der Bewerbungsplattform enwork. Dort ist er als Full-Stack Developer tätig und hat bereits im jungen Alter viel Erfahrung im Programmieren. Wir haben uns mit ihm über Frameworks und deren Nutzen unterhalten.

Ein Interview mit Moritz Bätzel

itPortal24: Herzlich Willkommen Moritz Bätzel. Du bist Mitgründer des jungen Startups enwork, was genau macht ihr bei enwork und was ist deine Aufgabe dort?

Moritz Bätzel: Hallo, vielen Dank für die Einladung, ich freue mich sehr hier zu sein. Wir bei enwork entwickeln die erste Job-Plattform für die sogenannte Netflix-Generation. Wir sorgen dafür, dass die Bewerbungsprozesse heutzutage einfacher, transparenter und gleichberechtigter werden. Sowohl für Arbeitnehmer, als auch für Arbeitgeber. Wir haben dafür eine Cloud-Plattform geschaffen auf der sich jeder kostenfrei registrieren und sofort loslegen kann. Dafür war natürlich einiges an Entwicklungsarbeit notwendig. Hier komme ich ins Spiel. Ich habe große Teile der Website und Web App entwickelt und die gesamte Server-Infrastruktur. Heute kümmere ich mich bei enwork um die Wartung unserer Infrastruktur, die Entwicklung neuer Features für unsere Cloud-Services und um unsere DevOps-Prozesse.

Themen des Interviews:

  1. Was ist ein Framework?
  2. Framework für App und Website Entwicklung
  3. Vor- und Nachteile von Frameworks
  4. Framework Empfehlung für Anfänger
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Was genau ist ein Framework überhaupt?

itPortal24: Wir wollen heute mit dir über Frameworks sprechen, mit denen Du dich als Full-Stack Developer wahrscheinlich bestens auskennst. Kannst Du uns kurz in deinen eigenen Worten eine Definition für das Wort Framework geben?

Moritz Bätzel: Ein Framework ist eine Ansammlung von Werkzeugen, vorgefertigten Features in Form von Code-Schnipseln und Regeln welche dabei helfen sollen, Softwareprojekte schneller umzusetzen. Dabei handelt es sich oft um flexible Vorlagen in Form von Projektstrukturen für bestimmte Einsatzzwecke welche auf Basis verschiedener “Best-Practices” angelegt wurden. Das Ganze lässt sich gut mit einem Lego-Bausatz vergleichen. Es gibt viele einzelne Bausteine und eine Anleitung wie man diese Zusammensetzen kann. Als “Entwickler” bin ich aber nicht darauf angewiesen nach Anleitung vorzugehen, sondern kann aus den einzelnen Bauelementen auch meine eigenen Ziele verfolgen und umsetzen.

Framework für App und Website Entwicklung?

itPortal24: Viele unserer Partner-Agenturen benutzen mittlerweile Frameworks, die sowohl für die App als auch für Website Erstellung sinnvoll sind. Mit welchen speziellen Frameworks kennst Du dich aus und welches Framework würdest Du empfehlen, wenn Du sowohl App als auch Webseite erstellen müsstest?

Moritz Bätzel: Ich habe bereits mit einigen Frameworks gearbeitet. Im Bereich der Entwicklung für mehrere Plattformen gibt es einige Lösungen, React.js bzw. React Native sticht jedoch ganz klar heraus. Bei React handelt es sich um eine von Facebook entwickelte Programmbibliothek für die Entwicklung von Web Apps auf Basis moderner Programmiertechniken. React Native hat diesen Ansatz genommen und für die Entwicklung mobiler Apps erweitert. Auf diese Weise können Projekte aufgesetzt werden, welche sowohl als Grundlage für eine Web App dienen, als auch auf mobilen Endgeräten als native App genutzt werden können. Eine Alternative zu React stellt das von Google entwickelte Framework Flutter dar. Dabei handelt es sich um ein einzelnes Framework mit dessen Hilfe vergleichsweise einfach Apps fürs Web als auch für Android und iOS geschrieben werden können. Flutter ist jedoch im Vergleich zu React.js bzw. React Native relativ neu auf dem Markt und es kann aus diesem Grund schwer sein, Entwickler für dieses Framework zu finden.

Vor- und Nachteile von Frameworks

itPortal24: Welche Vor- und Nachteile bieten deiner Meinung nach Frameworks gegenüber der klassischen Programmiersprache?

Moritz Bätzel: Frameworks haben den großen Vorteil, dass sich leicht neue Projekte auf- und erste Prototypen umsetzen lassen. Die Entwickler hinter dem Server-Framework Django sprechen dabei immer von “Batteries-Included” also der Möglichkeit, das programmierte direkt anzeigen zu können, ohne viel Zeit mit der Vorbereitung des Projekts verbringen zu müssen. Für die agile Softwareentwicklung sind Frameworks also großartige Hilfsmittel um die App oder Website schnell am Markt testen zu können. Durch die Verwendung eines Frameworks willigt man jedoch ein, sich an die vorgegebenen Regeln und Prozesse des Frameworks zu halten. So kann es später schwierig werden, Funktionen zu integrieren, welche nicht durch den ursprünglichen Einsatzzweck des Frameworks abgedeckt waren. Ein gutes Beispiel hierfür ist, dass man beschließt aus Lego einen Hammer zu bauen. Ein erster Prototyp ist schnell gebaut und Nutzer können die allgemeine Handhabung testen. Sobald aber die Funktion “Haltbarkeit” eingebaut werden soll, um Nägel in Bretter zu schlagen, verbringt man viel Zeit damit, gegen und nicht mit dem Framework zu arbeiten.

Framework Empfehlung für Anfänger

itPortal24: Nun hast Du schon viel Erfahrung im Bereich Programmieren mit Frameworks gemacht. Welches Framework würdest Du für Neulinge auf diesem Gebiet empfehlen?

Moritz Bätzel: Für einen modernen Entwicklungsansatz würde ich empfehlen mit Flutter von Google zu arbeiten. Projekte sind schnell aufgesetzt und mit nur wenigen Handgriffen können die ersten Funktionen integriert werden. React.js und React Native bieten im Vergleich zu Flutter zwar mehr Kontrolle über den Workflow, benötigen jedoch mehr Zeit, wenn es darum geht ein Projekt aufzusetzen. Darüber hinaus gibt es jedoch noch einige weitere Frameworks auf die ich noch gar nicht eingegangen bin und die vielleicht für den geplanten Einsatzzweck wesentlich besser geeignet sind. Wenn man ein Neuling auf dem Gebiet ist sollte man einfach mal in ein paar Frameworks reinschnuppern und selbst herausfinden, womit man am besten arbeiten kann.

itPortal24: Vielen Dank, dass Du dir die Zeit für dieses Interview über Frameworks genommen hast. Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag und weiterhin viel Erfolg mit enwork.

Moritz Bätzel: Vielen Dank, dass ich hier sein durfte.

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